OG Keemo ist höchstwahrscheinlich der Lieblingsrapper von deinem Lieblingsrapper. Jede Zeile sitzt, Flows und Stimme walzen alles platt, was ihnen in den Weg kommt. Jeder einzelne Beat vom kongenialen Duopartner Funkvater Frank wirkt wie ein dunkler Raum gefüllt mit Geschichten, jede Pause hat Gewicht. Während andere Rap größer, glatter oder schneller machen, hat Keemo ihn dichter gemacht: filmisch, präzise, unbequem und so textstark, dass man beim Hören fast automatisch aufrechter sitzt. Von „Geist“ über „Mann beisst Hund“ bis „Fieber“ hat er gezeigt, wie weit Deutschrap gehen kann, wenn man ihn nicht nur als Hitmaschine missbraucht, sondern als Erzählform ernst nimmt. Keemo ist eine Erscheinung und Naturgewalt gegossen in Beats und Flows, ein Phänomen, das Deutschrap grettet hat, ein Künstler, den dieses Land nicht verdient, aber gebraucht hat.